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Spezialisten für tiefe Töne sind gefragt

Rene (11) übt jeden Tag eine halbe Stunde auf seinem E-Bass

„Ich habe nur acht oder neun Bass-Schüler im Landkreis“, sagt Musiklehrer Thomas Milowski.
Von Sonia Eßmann


Ganderkesee. „Bruder Jakob“ und „Highway to Hell“ – eine unwahrscheinliche Kombination? Nicht wenn Rene in Thomas Milowskis Musikunterricht seinen E-Bass auspackt. Eben spielen Lehrer und Schüler noch zweistimmig den volkstümlichen Kanon vom Blatt. Dann dringt die heisere Stimme von AC/DC-Sänger Angus Young aus den Boxen und der elfjährige Rene zupft auf vier Saiten lässig den Basspart mit.


„Meine Grundschul-Freunde und ich wollten als Band zusammen spielen und haben die Instrumente verteilt“, erklärt Rene Warrelmann. Über seine Musikprofil-Lehrerin Michaela Keil-Schmelz landete der Ganderkeseer Gymnasiast bei Thomas Milowski, der für die Musikschule des Landkreises Oldenburg E-Bass, akustischen Bass und Gitarre unterrichtet.


„Rene hat in seinem einen Jahr Unterricht eine Menge gelernt“, lobt Milowski, „er ist überdurchschnittlich gut.“ Dazu tut der Sechstklässler, der sonst gerne auf dem elterlichen Hof in Groß Ippener Trecker fährt, aber auch einiges. „Ich übe jeden Tag eine halbe Stunde“, sagt er. Dafür spiele er Fußball nicht mehr im Verein.


„Er ist einfacher zu spielen als eine E-Gitarre, klingt schön tief und wird nicht so oft gespielt“, beschreibt Rene, warum es ihm der E-Bass angetan hat. Letzteres kann sein Lehrer bestätigen. „Ich habe nur acht oder neun Bass-Schüler im Landkreis, im Gegensatz zu ich weiß nicht wie vielen Gitarren“, sagt Thomas Milowski. Daher seien Bassisten in Bands auch oft gesucht, nach ein paar Monaten könnten sie einfache Stücke schon mitspielen.


Ab etwa 10 Jahren ist E-Bass oder auch akustischer Bass zu erlernen, viele steigen mit 13 oder 14 Jahren ein. „Man braucht eine gewisse Größe und Kraft“, erklärt der Musikschullehrer. Für den Anfang reiche ein Leihinstrument, ein kleiner E-Bass samt Verstärker sei aber heute auch nicht mehr so teuer „wie vor 20 Jahren“, sagt Milowski. Und besorgte Eltern kann er beruhigen: „Man kann leise oder sogar mit Kopfhörern üben.“

 

Delmenhorster Kreisblatt, Ausgabe vom Sonnabend, 01. März 2008