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Vorspiel nach der Eiszeit in Hude

 

Das erste Schülervorspiel des Jahres 2010, am 1. März kurz nach Ende der Eiszeit, ließ sich gut in Blöcke einteilen: Sehr junge Klavierspieler – Nicht-Klavierspieler und fortgeschrittene Klavierspieler.

Keno Marten Bruns und Kendra Golfels spielten am Flügel jeder drei kleine Stücke, die Melodien auf die zwei Hände verteilt, mit beginnender Zweistimmigkeit. Bei den Wiederholungen stieg ihr Lehrer, Herr Asanuma mit Begleitstimmen ein. Es gab unter anderem Old MacDonald, Au clair de la lune, den Bi-Ba-Butzemann und das Lummerlandlied, alles rhythmisch sehr ordentlich musiziert.


Christine Labohm hat schon Vorspielerfahrung und spielte Stücke des nächsten Schwierigkeitsgrades: „Wanderlied“, „Der Dudelsackpfeifer“ und „Frankfurter Würstchen“ hatte sie mitgebracht.

 

Zwei Jazzstücke von Brian Bonsor, „Jemima“ und „Havin' a Ball“, spielten Lara Bruns, Tenorblockflöte und Aljoscha Meyer (als Gast) auf der Violine. Sehr sauber gespielt, die Violine in der Begleitung zurückhaltendund dann mit Schwung wenn sie die Führung übernahm – das war ein unterhaltsamer Kammermusikbeitrag der etwas anderen Art mit einer ungewohnten Rolle für die Blockflötistin.


Theresa Wieting, Gitarre, spielte mit „Blue Note“ und „Take Care“ zwei Bluesstücke von Joep Wanders,  und Gesa Lueken, ebenfalls Gitarre, ein ausgedehntes Rondo von Carulli. Beide musizierten die anspruchsvollen Stücke sehr kontrolliert und sauber, aber nicht ohne Pep.

Die fortgeschrittenen Klavierbeiträge hatten es in sich. Besonders gefiel mir der Kontrast der Tonsprachen von Scott Joplin und Maurice Ravel, 1868 bzw. 1875 geboren, also eigentlich zur gleichen Generation gehörend.


Zunächst wurde Andrew Lloyd Webbers „Memory“ von Sina Schwirtz in einer schönen und komplexen Fassung vorgespielt.


Aljoscha Meyer spielte dann den Maple Leaf Rag von Scott Joplin zunächst (wie laut Angelika Scholl von Joplin immer wieder angemahnt) nicht zu schnell, um im Da Capo seiner Spielfreude freien Lauf zu lassen.

Das Highlight des Abends war zweifellos die Sonatine für Klavier von Maurice Ravel, vorgetragen von Michal Steinau. Wunderbare Musik, von Michal sehr sauber und mitreißend gespielt – das hat dem Publikum und dem Berichterstatter wirklich viel Freude bereitet. Ich bin immer beeindruckt, wenn Musikschüler ein ganzes Werk von etwa 15 Minuten Dauer so konzentriert zu gestalten in der Lage sind, und wenn sie auch noch gerade im Abi-Stress sind, verdient das doppelten Respekt!

 

Ulrich Meyer