Tragen Sie sich für unseren Musikschul Mail Newsletter ein und Sie werden automatisch über unsere Aktivitäten, Neuigkeiten und Konzerte auf dem Laufenden gehalten.

Das Schülervorspiel in Sandkrug am 2.3. 2010 war nicht ganz gewöhnlich. Ein Programm mit sieben Violinschülern, einer Bratsche, zwei Violoncelli, sieben Gitarren und nur zwei Klavierspielerinnen ist jedenfalls nicht der Durchschnitt, aber man konnte hinterher nur sagen: soviel vielsaitiger Nachwuchs ist doch toll!
Den Abend eröffnen durfte der Streicherkreis unter der Leitung von Herrn Kuntz. Zwei Duos von Béla Bartók, ein Rondo von W.A. Mozart zu viert und „Tom-tom-tomahawk” von Sheila Nelson zu fünft zeigten den Arbeitsstand. Der Gruppe ist unbedingt zu wünschen, dass sich ihr viele hohe und tiefe Streicher anschliessen!
Eine musikalisch ansprechende Darbietung (trotz des Titels) waren zwei Stücke von Edward W. Elgar aus den „Six very easy pieces", die Alexandra Horst sehr überzeugend auf der Viola spielte, kompetent durch ihre Lehrerin, Frau Imke Albert, am Klavier begleitet.
Anne Becker, Klavier spielte drauf mit “Old Joe Clark's Boogie“ ein Klavierstück, dass mich ordentlich beeindruckt hat: das Stück war nicht kurz und bot einiges an Laufwerk in der rechten Hand bei durchlaufenden Begleitfiguren in der Linken, also heftige Anforderungen an die Koordination und Unabhängkeit. Da ein Boogie rhythmisch anspruchsvoller ist als ein Stück mit Alberti-Bässen, war das wirklich klasse!
Das erste Gitarrenintermezzo kam von Adina Wischollek und Matthis Zehny, die „Old Mc Donald” und Teschners “Computer Song” mit ihrem Lehrer vortrugen.
Der andere Klavierbeitrag, Nele Wiemers mit dem “Pink Panther” von Mancini war ebenso gelungen wie der erste, insofern war das Klavier doch gut repräsentiert.
Es folgten drei Anfänger auf der Violine, überaus freundlich betreut und begleitet von Imke Albert. Mareike Glunde spielte ein Cowboylied und „Shalom Chaverim“, Alina Barthelmes „Alle meine Entchen“ und „10 kleine Zappelmänner“, schließlich Tim Cedric Wagner, zwischen Pizzicato und Bogen wechselnd “Two in Boat”.
Weiter ging's mit den Pizzicato-Profis: Toby Gallenkamp, Max Geserick und Mirco Bähner, Gitarre spielten mit Herrn Knapp den „Basic Blues“ und den „Backwater Blues“ von Joep Wanders, alles zweistimmig gesetzt und ternär zu spielen.
Vom gleichen Komponisten brachte Christian Pouwels, ebenfalls Gitarre, mit „El Sereno“ und „La Fiësta“ zwei schon schwierigere südamerikanische Stücke. Lagenspiel, komplizierte Rhythmen – das lief mit viel Schwung. Christian spielte wie man es von ihm kennt sehr flott – wegen Aufregung vorsichtig spielen ist nicht seine Art.
Extra aus Ganderkesee nach dem Unterricht kam unsere Cellolehrkraft, Frau Christiane Rudolph, um ihre zwei Schüler am Klavier zu unterstützen und den Moderator des Abends zu retten: endlich konnte ich die weiter vorne im Programm angekündigten Cellisten ansagen.
Silvana Lakeberg spielte mit “Budapesto“ ein flottes Stück mit vertrackten Gegenrhythmen, und Julian Habichtsberg trug sehr gekonnt zwei Concertino – Sätze von Breval vor. Beide bekamen von ihrer Lehrerin am Klavier ein solides Fundament und spielten denn auch mit selbstbewußtem Ton.
Das musikalische Schlußwort hatte Thomas Stamma an der Gitarre mit vier komplexen Sätzen aus der „Suite sudaméricaine“ von Francis Kleynjans. Die Stücke verlangen genaues rhythmisches Spiel und differenzierte Klangfarben, und die bekamen sie.
Der neue Musikraum der Waldschule ist sehr gut ausgestattet, viele Keyboards und allerhand Schlaginstrumente, dafür nicht so viel Raum. Die Schule ist zur Zeit eine große Baustelle und vieles wird umgestaltet. Sicher werden wir irgendwann wieder mehr Platz für Vorspiele haben. So war es eine etwas enge „Clubatmosphäre“ mit Stehplätzen, und darüber habe ich völlig vergessen, den Fotoapparat zu zücken. Ich hoffe, der Text entschuldigt etwas für das Fehlen von Bildern – die Musik am Abend war auf alle Fälle toll!
Ulrich Meyer
